29. Juli 2015

+++ Radtour 2015-Ticker: Uber die schwäbische Alb – Stuttgart: im Studio – und weiter geht’s …+++

 

01JanBike

Montag, 27. Juli: Landschaftlich sehr schöne Strecke zum Zielort Holzmaden (Ausgangspunkt: die Ulmer Gegend). Aber auch viele Steigungen.Und wechselndes Wetter: durchaus Sonne mal, aber vor allem heftiger Gegenwind und extreme Regenschauer. Armer Jan, das ist heftig!

02Kleinstadt  03Detail  05Regen

Begegnungen: gesprächige Menschen mit Hunden, ein Biobauer, der oft im Fernsehen kommt, ein netter Rentner in Westerheim, der mir am Tourmobil hilft und ein Versandpaket mit den Worten entgegennimmt: „Wes ischn des?“ (der Anlieferer sagt schmunzelnd: „Wes für de Fraa“) … überhaupt fast durchweg überaus freundliche Menschen, die alle eine besondere Geschichte zu erzählen haben.
Gedanken: Wie ist das für Menschen, die immer auf der Straße, die stets draußen leben? Die kein Tour- oder Wohnmobil als sicheren Hort haben? Darüber möchte ich auf dieser Tour mehr erfahren.
Bald kommt Jan zum Zwischenstopp. Dann braucht er etwas Warmes & Trockenes. Okay, wird erledigt.
Ich muss loslegen …

 

06AB-Stuttgart

Dienstag, 28. Juli: Ganz andere Strecke auf Stuttgart zu & hinein. Die Region um Stuttgart erscheint als riesiges Gewerbe-/Industriegebiet, in das ländliche „Zungen“ hineinragen. Schnellstraßen, Liefer-/Schwerlastverkehr, Autos, Autos … was für ein Kontrasterlebnis. Für Jan auf dem Rad wie für mich am Steuer des Tourmobils, das ächzend & klappernd wie ein Zirkuswagen über die Straßen und zwischen den Autos daherkriecht.

07AB  08Gleis
Auf einem Skaterplatz, an dem ich fotografiere, jumpe ich auf ein Podest (für ein besseres Foto). Doch – da es gewachst ist (was ich nicht wusste) – rutsche ich aus & knalle ich mit voller Wucht auf’s Podest. „Das war’s!!! Aus!!!“ … so mein erster Gedanke. Dann kommen die Schmerzen. Aber – Entwarnung – Glück im Unglück: Kopf, Zähne, sonstige Extremitäten – alles ok. Was bleibt, ist eine schmerzhafte fette Prellung am Bein. Na, ich habe ja einen Arzt an Bord, auf den Verlass ist … und humpele nun ein paar Tage. Hätte schlimmer kommen können.

11Skaterbahn  09Straßenbahn  10Orientieren

Wie treffe ich Jan in groß-/städtischen Gefilden? Bisher war es die Kirche in einem Ort, eindeutige Wegmarke, gibt’s immer und ist leicht zu finden. Doch diese wegweisenden Leuchttürme des Landgebiets entfallen in groß-/städtischen Regionen. D.h. sie sind zwar da, aber wo zwischen all den Gebäuden, die höher und viel zahlreicher sind als sie? Das Tourmobil braucht außerdem Parkfläche, die es kaum gibt. Außer auf den speziellen Park- und Stellplätzen am ehesten in Nebenstraßen. Also per Handy Straßennamen austauschen und mit Karte und Navi Treffpunkte checken. Bislang haben wir uns immer gefunden …

12Stuttgartoben
Abends dann zu Gast bei Olli Curth in Stuttgart. Das Tourmobil parkt an der steilsten Straße Stuttgarts vor dem Haus, in dem der junge Loriot – damals noch Vicco von Bülow – als Kind & Jugendlicher gewohnt hat.
Wir schlafen auch dort – nochmals Kontrastprogramm: die Tage zuvor das Weizenfeld, der Waldesrand – nun röhren – bis auf eine kurze Kernnachtzeit – Straßenbahnen, Busse & Pkws im 1m-Abstand am Tourmobil vorbei! Urban night der besonderen Art …

 

Mittwoch, 29. Juli: Das Tourmobil bringt uns ins Tonstudio der Hochschule für Medien zu Olli Curth, der dort Professor & Tonmeister ist und ursprünglich aus Braunschweig stammt. Jan & ich spielen das eine oder andere ein. Letztlich entscheiden wir uns für den Toursong – eine Komposition von Jan: „Beyond the sea“; eine unplugged-Version mit Flügel & Kontrabass.

13Studio  14JanS  15IchS

Wir arbeiten auch mit Flügelsounds & Kontrabasspercussion. Ein – wie ich finde – schönes Stück. Superprofessionell von Olli aufgenommen. Nachmittags dann der Abschied. Abschiednehmen gehäuft ist auch nicht so leicht. Dabei habe ich vor 2 Wochen erst von meiner geliebten 10.4 („meiner“ Klasse) Abschied genommen, was mir (allen) sehr schwer fiel. Wie gut, dass ich Glücksbringer von ihnen mit auf die Reise bekommen habe, die mich begleiten & an sie erinnern (3. Foto rechts unten: Minibass, Fotoalbum).

17Abschied  18Abfahrt  19Erinnerung

Kaffeepause im Wohnmobil … dann besteigt Jan wieder das Rad. Er ist auf der Strecke, während ich dies schreibe. Ich muss los, ihm nach …

Bis bald … liebe Grüße – euer JO

26. Juli 2015

Radtour-Ticker: abends & morgens

Sonntag 26. Juli: Im weiteren Umkreis von Ulm & der schönen Donaugegend.

Am Vorabend eine abendlich-nächtliche Wunderwelt: Halbmond über’m Wald, eine Grille, die zirpt, sanftes Licht fällt aus dem Tourmobil, die Bilder der Tagesfahrt tauchen auf, Begegnungen. Es ist schön hier.
Der Morgen beginnt mit Hornissenjagd, Frühstück auf dem Bauernweg (ein Hund will mein Butterbrot, Jans blitzschnelle Reaktion verhindert das).

Wir lernen ein sportlich wanderndes Ehepaar (Monika & Max) aus der Gegend kennen, das über 900 km auf dem Jakobsweg gewandert ist und bei schlechtem Wetter, gemeinsam mit anderen, einer Wanderin das Leben gerettet hat, die am Erfrieren war. Tolle, jung gebliebene Leute, Begegnungen auf der Straße, die in Erinnerung bleiben, darum geht es auch …

ehepaar-selfie-bearbsw (Ein Selfie – so sieht er auch aus … ;-))

Danach aber geht es weiter: Jan zischt davon, wird nicht leicht heute, es ist heiß. Ich klare das Tourmobil auf, fahre bald zum Treffpunkt vor und werde später mein Bike besteigen, um Jan entgegenzufahren.  Bon voyage, ole chap …

janfährtrad-bearb  tourmobil-blickvoninnennachaussen-bearb

Liebe Grüße – euer JO (Fotos: JO)

24. Juli 2015

Radtour 2015 – Auf dem Weg nach Lindau!

Hallo liebe Leute,

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[Klick aufs Foto]

]Fotos © by Jürgen Osterloh & Jan Behrens, 2015]

JB und ich haben am Feldrand übernachtet und heute morgen ein wunderbares, gesundes Frühstück vor dem Tourmobil zu uns genommen.

Der Wagen ist gepackt, wir freuen uns auf Lindau: 1. Auftritt der Tour im Restaurant ‚Valentin‘.

Musik, CD’s, nettes Auditorium, schönes Ambiente – alles garantiert …

Euch allen einen schönen Tag!

Euer JO!

22. Juli 2015

Die Tour läuft … wir sind auf der Piste!!!

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Unsere Radtour hat begonnen … wir sind gestartet …

Jede Menge Infos finden sich mit der Zeit hier im BLOG.

Allen eine schöne Zeit wünscht euer JO

7. Juli 2015

Förderer der Radtour 2015

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(Foto: I. Hoffmann)

Vom 23. Juli bis zum 30. August bin ich auf Konzert-Radtour mit Jan Behrens (JB) durch Deutschland: Fahrrad, Tourmobil, unsere Instrumente & CDs – alles dabei, in gut 2 Wochen geht’s los. Spenden & Erlöse aus Konzerteinnahmen oder CD-Verkäufen werden für die medizinische Versorgung von Obdachlosen gespendet.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei den Förderern & Unterstützern unserer Konzert-Radtour:

Steffi von Siegroth –  hören und sehen GmbH  Roggenmühle, Hannoversche Straße 60, BS

Markus Kassenbeck – mw Bau, Hungerkamp 4, BS

Hans Pfeiffer – ferrotec GmbH, Hansestraße 88, BS

Ralf Werner & Lorenz Kunze, Magnioutdoor, Ölschlägern 14/15, BS

Braunschweiger Baugenossenschaft eG, Celler Str. 66-69, BS

Vincente & Martina Mangano, Ristorante Bella Roma, Goslarsche Str. 1, Bad Harzburg.

Am SO 12.07.15 ist das Startup-Konzert im Heinrich, Jasperallee 42, BS; Beginn: 11 Uhr.

Es grüßt euch – euer JO

21. Juni 2015

Radtour mit JB: Konzertdaten

Fotoproduktion Steigenberger Jazzlounge CD mit Jan Behrens & Jürgen Osterloh Copyright/Foto: Stefan Lohmann Stefan Lohmann Fotografie und Film steve.lohmann@t-online.de Leopoldstr. 3 - 4 D-38100 Braunschweig *** Local Caption *** Fotoproduktion Steigenberger Jazzlounge CD mit Jan Behrens & Jürgen Osterloh Copyright/Foto: Stefan Lohmann Stefan Lohmann Fotografie und Film steve.lohmann@t-online.de Leopoldstr. 3 - 4 D-38100 Braunschweig (Foto: S. Lohmann / klick = Foto wird größer)

Vom 23. Juli bis zum 30. August bin ich auf Konzert-Radtour mit Jan Behrens (JB) durch ganz Deutschland: Fahrrad, Wohnmobil, unsere Instrumente & CDs – eine tolle Zeit wird uns erwarten, da bin ich sicher. Es ist eine Charity-Tour, d.h. Spenden & Erlöse aus Konzerteinnahmen oder CD-Verkäufen werden für die medizinische Versorgung von Obdachlosen gespendet.

Das Startup-Konzert zur Tour wird am So, 12. Juli im „Heinrich – Das Wirtshaus“, BS-Jasperallee 42 in der Zeit von 11-15 Uhr draußen im Pavillon stattfinden (JB piano, JO bass). Auch das Tourmobil & Jans Fahrrad werden dabei sein.

Hier die weiteren Konzertdaten:

24.7./Fr: Lindau – Restaurant Valentin

31.07./Fr: Heidelberg – Restaurant Qube

01.08./Sa: Nürnberg – Restaurant Lavash

03.08./Mo: Frankfurt – Harry’s New York Bar (Lindner Hotel & Residence Main Plaza)

08.08./Sa: Dettelbach bei Würzburg / Restaurant Himmelstoss

18.08./Di: Kassel – Jazz-Club Theaterstübchen

21.08./Fr: Wolfsburg – Kunstmuseum

22.08./Sa: Braunschweig – Schulgarten am Dowesee (open air); special guests: „The Bensons“; 20h

25.08./Di: Bremen – Hafen, Segelschiff „Alexander von Humboldt“

29.08./Sa: Insel Baltrum – Strandpromenade (o. Haus des Gastes bei schlechtem Wetter).

Weitere Konzerte, flash mob-concerts usw. werden unterwegs organisiert.

In Stuttgart werden wir außerdem ins Tonstudio gehen, um aufzunehmen.

In diesem Blog wird regelmäßig über die Tour berichtet.
Auch in der Braunschweiger Zeitung wird es regelmäßig Tourberichte geben (ganz herzlichen Dank an Ann-Claire Richter).

Wer bei JB ein wenig schnuppern möchte. hier der Link auf seine Website.

Ich freue mich auf interessante Erfahrungen & Begegnungen und eine wunderbare musikalische Zeit mit meinem guten Freund JB 🙂
Euer JO

12. Juni 2015

Atmosphären 06: Lifetime

Komposition “You & I“

© by Jürgen Osterloh, 2012  –  gespielt von [osterloh] & friends, live „Tastentaumel 2012“
CD „Crossing the borders“

Dieser Beitrag in der Reihe „Atmosphären“ beinhaltet Fotos von Bildern, die meine Klasse 10.4 an der IGS Querum (Braunschweig) im Rahmen eines Kunstprojekts unter Leitung der Kunstlehrerin Franziska Rouabhi erstellt hat.
Sie wurden als Auftragswandgestaltung an einer langen Mauer des Gebäudes „DRK-Seniorenheim Steinbrecherstraße“ (Braunschweig) angebracht – angeregt durch die Architektin Gerlinde Hube.
Danke an alle Beteiligten, auch an die ehemaligen Schüler & Helfer Steven Haschke & Torsten Englisch.

 

 

 

 

Die Fotos wurden von mir in eine mich ansprechende Ordnung gebracht, mit dem Titel „Lifetime“ und mit einem Musikstück von mir verbunden. Wer Lust hat, die Originalwandbilder zu betrachten, ist herzlich eingeladen, sie am Gebäude direkt zu besichtigen (linke Gebäudeseite, schmaler Fußweg).

Dieser Beitrag ist ein Dankeschön an meine Klasse, die ich (gemeinsam mit Ruth Hoffmann) sechs Jahre begleiten durfte – wunderbare Jahre, wunderbare Menschen, für immer in meinem Herzen!
„You will always stay in my heart …“

Ich lasse Bilder & Musik unkommentiert für sich stehen …
(1 Klick auf die Bilder macht sie größer)
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01MamaKind  02Blumen

04Tanz  Liebesbote

05ErsterKuss  06Paris

07Liebesbote  08Liebe

09Antrag  10a  10Hochzeit

11Berge  12Pyramiden

13KinderGroßkinder  14Alt

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(Bilder & Wandgestaltung © by Klasse 10.4 & Franziska Rouabhi, IGS Querum,
Juni 2015) (Fotos: Jürgen Osterloh)

31. Mai 2015

Atmosphären 05: Auf dem Fluss

Komposition “Der Trommler” (remake)

© by Jürgen Osterloh 2014 – gespielt von Jürgen Osterloh (keys, bass, electronics)
CD „Basspoesie Instrumental“
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01bearb

Treiben durch die Stille.
Die Welt betrachten.
Die innere Stimme hören.

03bearb

Bilder – Klänge – Träume …
Stadtgeräusche …

04bearb  02bearb

Der Impuls, weiterzufahren, abzugleiten, aufzubrechen.

05bearb  06bearb

Auf dem Fluss sein …
Und doch – der Wunsch anzukommen, die Sehnsucht nach dem einen, einzigen Ort.

08bearb

07bearb

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Text “Auf dem Fluss” © by Jürgen Osterloh 2015
(Fotos: Jürgen Osterloh)

28. Mai 2015

News: Duo Behrens-Osterloh in London – Video zur Konzerttour

Fotoproduktion Steigenberger Jazzlounge CD mit Jan Behrens & Jürgen Osterloh Copyright/Foto: Stefan Lohmann Stefan Lohmann Fotografie und Film steve.lohmann@t-online.de Leopoldstr. 3 - 4 D-38100 Braunschweig *** Local Caption *** Fotoproduktion Steigenberger Jazzlounge CD mit Jan Behrens & Jürgen Osterloh Copyright/Foto: Stefan Lohmann Stefan Lohmann Fotografie und Film steve.lohmann@t-online.de Leopoldstr. 3 - 4 D-38100 Braunschweig

Hier seht ihr den ersten Teil des Videos über die Konzerttour nach London bei Ray’s Jazz (Foyles), die ich zusammen mit Jan Behrens (Klavier) vor kurzem unternommen habe! Es war eine klasse Zeit und ein toller Gig in Central London! Ein faszinierendes Erlebnis, in dieser farbenfrohen & gastfreundlichen Metropole zu spielen.

Hier geht’s direkt zum Video

Auch in meinem ersten Blog zum London-Gig gibt es Interessantes zu lesen …

Part 02 des Videos wird folgen.

Viel Vergnügen soweit …

Euer JO

 

14. Mai 2015

„Du musst einen langen Atem haben!“ Besuch bei Holger Stonjek & sandberg

Alles begann mit einem freundlichen, agilen älteren Herrn, der vor einiger Zeit in meinen Konzerten auftauchte. Schnell lernte man sich kennen und geriet in einen Austausch über Musik und all das, was sich darum herumrankt.

_Franz  Franz Stonjek

Früher Werkzeugvertreter und (immer noch) begeisterter Akkordeonspieler entpuppte sich Franz Stonjek als musikbegeisterter Vater von Holger Stonjek, seines Zeichens Bassist, Mitgründer & Kopf der international bekannten Braunschweiger Bass- und Gitarrenschmiede „sandberg ::“.

_Logo-sandberg

Und schon bald folgte die Einladung, Holger und seiner Firma am Südostrand Braunschweigs einen Besuch abzustatten. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen. An zwei Tagen im April dieses Jahres war es dann soweit: Bassist trifft Bassbauer, Franz war mit dabei, eine schöne Begegnung, interessante Gespräche, vertiefte Einblicke in die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf von elektrischen Bassgitarren & Gitarren – und in ein Leben, das ganz der Musik und dem Instrumentenbau gewidmet war und ist.

Bass geschnappt, rein ins Auto und ab in die Heinz-Scheer Str. 2, Franz empfängt mich vor dem sandberg-Gebäude und stellt mich Holger vor, in seinem Büro, das genauso aussieht, wie man es sich als Bassist erträumt: mit Bässen und Gitarren bestückt, ausgestattet mit einem headquarterartigen Schreibtisch und dem üblichen gemütlichen Sofa, das zum Kaffeetrinken einlädt, was wir sofort auch tun.

_Holger-Schreibtisch     _Holger-amTelefon

Hier wie in der gesamten sandberg-Etage spürst du sofort den speziellen Puls, die besondere Atmosphäre, die künstlerische Produktions- und Werkstätten haben: alles lebt, ständig kommt einer rein, geht einer raus, es riecht nach Holz, nach Werkstatt, in einer Ecke spielt beständig ein Bassist, der sich letztlich aber als „Bass-Maschine“ entpuppt („Einschwinger“ genannt), die von Holger eingespielte Basslicks endlos wiedergibt und auf der neue Bässe montiert sind. Sie werden auf diese Weise, aktives Spielen ersetzend, 100 Stunden lang „eingespielt“ („durchgesummt“), um mehr Sustain, einen runderen Klang zu erhalten. Denn auch elektrische Bässe (und Gitarren) sind nicht einfach Bretter mit Tonabnehmern und Saiten drauf; auch hier spielen Art des Holzes, des Lacks, ihr Spielalter, neben Tonabnehmern, Verstärkern und anderer technischer Ausstattung, eine klangprägende Rolle.

_Einschwinger01     _Einschwinger02

Holger zeigt mir die Firmenetage mit ihren verschiedenen Abteilungen: z.B. die Holz-, Bass-/Gitarrenwerkstatt, ausgestattet mit zahllosen Hölzern, Basshälsen, Bassbodies, die Elektro-, Finishabteilung, die Lackierkammer. Hier einige Fotoimpressionen, die den eigentümlichen Zauber einfangen, den die Räumlichkeiten und deren Inventar auf mich ausüben …

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Schließlich bleiben wir vor einem gefrierschrankgroßen Gerät stehen, das mich ein wenig an eine medizinische Apparatur erinnert. So falsch ist das gar nicht, denn die sog. „plek-Maschine“ dient der präzise computergesteuerten Diagnose und auch Therapie von E-Gitarren und –Bässen.

_plekMaschine01  _plekMaschine02  _plekMaschine03

Sie misst auf 1/1000 mm genau die Höhe und Planmäßigkeit von Bünden sowie den Krümmungsgrad von Gitarrenhälsen. Zeigt die Fehlerdiagnose Unstimmigkeiten, so kann die plek-Maschine diese auch gleich korrigieren. Hier also kann man sein Instrument checken und abrichten lassen. Selbstverständlich ergreife ich die Gelegenheit, und Mike nimmt sich meines Basses an.

_Mike01  _Mike02  _Mike03

Nach der maschinellen Prozedur und einer manuellen Nachbehandlung durch Mike selbst ist mein Bass perfekt eingestellt und leichter bespielbar. Eine tolle Sache! Danke, Mike!

_KaffeeuKochbuch  _Schirm

Schließlich sitzen Holger und ich beim Kaffee zusammen, und ich befrage ihn zu seinem Leben & Beruf. – Schon früh handwerklich interessiert, Akkordeon und – wie früher häufig üblich – zunächst autodidaktisch Gitarre lernend und in Rockbands spielend, lernt Holger das Gitarrenspiel schließlich nochmal neu: er nimmt klassischen Unterricht bei dem Lehrer Jo Ott, beschäftigt sich mit exaktem und musikantischem Spiel, wächst in die südamerikanische Musik, z.B. von Baden Powell, hinein. Am Ende passiert das, was viele Bassisten erzählen: in Holgers Band steigt der Bassist aus, und Holger wird auserkoren, umzusatteln und die Rolle des Bassisten zu übernehmen. Holger begeistert sich für den Bass, auch wenn sein Modell kopflastig ist. Holgers Lösung des Problems? Als Gegengewicht wird eine volle (!) Flasche Bier an den Korpus montiert. Ich finde, das ist eine Variante, die die Firma sandberg auch jetzt noch inspirieren könnte (Modell „bottle-balanced“) 🙂

Holger lernt Gärtner und außerdem Klavierbauer bei der Braunschweiger Firma „Schimmel“. Doch dann kommt alles anders. Gemeinsam mit Gerd Gozelke fängt er 22jährig an, in Ehmen bei Wolfsburg eine kleine Firma zu gründen, die Gitarren repariert. Dies ist die Keimzelle, aus der die heutige Firma hervorgegangen ist. Auch der mittlerweile renommierte Firmenname entsteht in diesen Tagen: „sandberg“, wohlklingend, mit internationalem Flair und doch in den ersten Gründungstagen verwurzelt. Denn Holgers und Gerds kleine „Erstfirma“ hausiert in einem umgebauten Schweinestall „Am Sandberg 18“. So ist das mit Namen, oft auch mit Bandnamen oder Songtiteln, um deren Ursprünge sich eine ganz eigene Geschichte rankt, auf die man niemals käme und die zu hören einfach spannend ist. Einige Jahre später zieht sandberg nach Braunschweig um, es entsteht ein Werbekonzept mit Logo (u.a. die legendären 4 Punkte = : :), und – so war das Anfang der 90er Jahre – man produziert zunächst Bässe aus Edelhölzern mit durchgehendem Hals.

_Holgerfrüher  Holger Stonjek früher beim Bassbau

Ein deutlicher Zielgruppenwechsel folgt bald und lässt ein neues, anderes Bassgitarrenmodell entstehen: den „Basic“; günstiger im Preis und mit geschraubtem Hals. Man setzt auf Händlerbelieferung, nicht Direktverkauf – und plötzlich geht alles schnell: sandberg hat Erfolg und besteht gut am Markt! Doch auch schwere Zeiten brechen an: das Aufkommen des PCs Mitte der 90er Jahre, auch der Wechsel von Gitarrenbands hin zu Boygroups, die radikale Umstellung des Musikmarkts, all dies zwingt sandberg zu extremen Einschränkungen, denn Gitarren laufen nicht mehr so gut. Holger bietet nun Holzschmuck auf Märkten an, und zwar erfolgreich. Gegen Ende der 90er Jahre übernimmt Holger die Firma allein, nach einiger Zeit geht es wieder aufwärts, das Mitarbeiterteam wird erweitert. Es geht nun permanent nach oben, auch der Verkauf im Ausland wächst an, neben den deutschen werden verschiedene Großhändler aus England, Skandinavien, Polen, im asiatischen Raum und neuerdings auch in den USA beliefert. Holger & sandberg haben es geschafft; ihre Firma genießt außerordentliches Renommée!

_Holger-unterWasser  frei geschwommen … …

Zur Zeit arbeiten 27 MitarbeiterInnen bei sandberg (davon 20 Gitarrenbauer), wir haben also einen regelrechten mittelständischen Betrieb vor uns. Bei einer Firma dieser Größe kommt man nicht ohne Strategien, Regeln, hierarchische Strukturen aus. Waren die Firmenanfänge „familienähnlich“, geht es nun um das Schaffen & Erhalten eines „professionellen Teams“. Das ist etwas anderes; dennoch ist Holgers Betriebs-, Teammaxime geblieben: „Alle sollen sich wohlfühlen!“

_sandbergTeamfrüher  ein Bild aus früheren Tagen

Das ist der Weg, den Holger Stonjek bisher gegangen ist. So manche Etappe war durchaus beschwerlich, zumal insb. am Anfang nicht klar sein konnte, wohin der Weg über die Jahre führen mag. Holger sagt: „Du musst an dich glauben und einen langen Atem haben!“ Und: „Das Geld muss egal sein“. Er hat nie Bankkredite aufgenommen, stattdessen – wenn nötig – nebenbei gejobbt. „Irgendwann lebst du mit einem gewissen Maß an Unsicherheit“, sagt Holger und ergänzt: „Manchmal muss man eine Entscheidung treffen, ohne genau zu wissen, wie sie sich auswirkt“. Natürlich wünsche ich Holger & seinem Team, dass sie immer die richtigen Entscheidungen treffen und dass die Zukunft ihnen nur Gutes bringt.

Momentan muss man sich da kaum Sorgen machen, denn Bassisten aus Bands und Projekten um Herbert Grönemeyer, Peter Maffay, Silbermond, Rammstein, Beatsteaks spielen sandberg-Bässe und natürlich viele, viele andere BassistInnen. Auch Christian Eitner (Jazzkantine) oder Reggie Worthy (Udo Lindenberg, Stoppok, ex-Ike & Tina Turner-Band) gehören dazu.

_Bass01    _Bass02    _Bass03

Als Bassist macht Holger gerne Bassclinics zusammen mit dem Bassisten Reggie Worthy und dem Schlagzeuger Eddie Filipp, sofern es seine Zeit zulässt. Sie touren dann in Deutschland, Polen oder Tschechien, sind ein eingespieltes Team und haben entsprechend viel Spaß auf der Bühne. Holgers Lieblingsbässe von sandberg sind übrigens der „Basic Ken Taylor“ wegen des eigenen Klangcharakters und breiten Klangspektrums sowie Bässe, die auf alt gemacht sind („worn“-look), wegen ihrer besonderen Optik.

_BassAuswahl

Tja, und dann passiert natürlich das, was passieren musste: ich probiere einige Bässe von sandberg aus und bleibe bei einem „California“ hängen, den ich unbedingt haben muss. Selbstverständlich hat er auf mich gewartet, wir gehören einfach zusammen, anders geht es gar nicht mehr, und in ein paar Tagen wird er bei mir einziehen.

Alles Gute, Holger – für dich, das sandberg-Team, deine Bässe. U gonna make it!

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Kontakt:
www.sandberg-guitars.de
Sandberg Guitars bei: www.facebook.com
(Text / Fotos & Bearbeitung: Jürgen Osterloh)