10. August 2015

Porträt: Steffi von Siegroth – Hauptsponsorin der Radtour 2015

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In diesem Blogpost stelle ich euch Steffi von Siegroth, die Hauptsponsorin der Konzert-Charity-Radtour 2015 vor, welche mich im Juli/August 2015 gemeinsam mit Jan Behrens durch Deutschland geführt hat (mehr dazu). Steffi von Siegroth hat die Tour nachhaltig unterstützt und ist Eigentümerin des Hörgeräteakustik-/ Optikerfachbetriebs „hören & sehen“ in der Roggenmühle in Braunschweig.

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Steffi hat durch die Hörgeräteversorgung ihres eigenen Vaters das Interesse an ihrem Beruf entdeckt, den sie spürbar ambitioniert und mit Leidenschaft ausübt. Nach drei Jahren Lehre, Gesellenzeit, Meisterstudium und Ausbildung zur Pädakustikerin an der Akademie für Hörgeräteakustik in Lübeck war sie zunächst fünf Jahre als Hörgeräteakustikmeisterin angestellt. In ihr wuchs aber schon bald der Wunsch, sich selbstständig zu machen. Im Jahr 2008 erfüllte sie sich ihren Traum mit der Eröffnung des eigenen Geschäfts in Braunschweig/Lehndorf – sehr ästhetisch eingerichtet, mit einem beeindruckenden Arsenal an schönen, hochwertigen Brillen und Hörgeräten.

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Steffi hörte unserem Duo Behrens/Osterloh einige Male im Steigenberger Parkhotel Braunschweig (Jazzlounge 1777) zu, wo wir regelmäßig freitags spielen. Wie sie uns berichtete, erfuhr sie von dem Projekt „Radtour 2015“und konnte sich eine Unterstützung vorstellen. Es gefiel sie, dass jemand – wie Jan – im Rahmen eines knapp einjährigen Sabbaticals auf seine eigene berufliche Sicherheit verzichtet, um gemeinsam mit seinem musikalischen Partner Jürgen Osterloh ein soziales Projekt umzusetzen. Steffi wörtlich: „Da es bei der Radtour 2015 vorrangig um akustische (Konzerte) und visuelle Eindrücke (während der Fahrt mit dem Rad) geht, passt dies perfekt zum Label meines Geschäfts >hören und sehen<. Mich beeindruckt außerdem die Authentizität, die Persönlichkeit und die Leidenschaft von Jan und Jürgen, die aus einem unterstützungswerten Projekt >mehr> werden ließ“.

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Steffi hat eine enge Verbindung zur Musik. Ihr Vater war selber eine Zeitlang Musiker und spielte Jazz & Swing auf Saxophon, Klarinette & Akkordeon. Sie ist aufgewachsen mit James Last in den Ohren, der in seinen anfänglichen Jahren ein bekannter Jazzbassist war (damals noch: „Hans“ Last). Bei Familienfeiern gehörten die Livemusik ihres Vaters und später auch Klaviermusik stets dazu. „Heute holt Jazz die schönen Erinnerungen zurück und lädt zum Abschalten und Entspannen ein“, so Steffi.

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Steffi hat uns bei dem Konzert im Restaurant „Himmelstoss“ in Dettelbach besucht. So haben wir gemeinsam mit ihr, aber auch mit dem Braunschweiger Rechtsanwalt Olaf Firus, der für uns wichtige Kontakte hergestellt hat, einen konzertanten & kommunikativen Abend verbracht.

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Jan und ich danken Steffi von Siegroth sehr herzlich für ihre außerordentliche Unterstützung der Radtour 2015.

(v. Siegroth-Fotos: J. Behrens)

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LG euer JO

9. August 2015

+++ Radtour 2015-Ticker: Konzert im Weinrestaurant „Himmelstoss“ in Dettelbach +++

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Am Freitag 07. August Anreise zum „Satellitenkonzert“ im Weinrestaurant „Himmelstoss“ in Dettelbach bei Würzburg. Diese Strecke wurde komplett im Tourmobil zurückgelegt. Konzerttermin: Samstag 08. August.

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Dettelbach & das Restaurant sind wunderschöne Orte. Die Stadt Dettelbach, autonom gestellt & traditionell geprägt, ist mit ihrer komplett erhaltenen historischen Gebäude- und Straßenstruktur wie –kultur eine Reise wert. So etwas gibt es in unserer Region kaum mehr … Unterfranken wie es leibt, lebt und liebt … das Essen, der Wein, die Gesellschaft – die Musik.

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Unser Konzert im „Himmelstoss“ – legendär, auf einer Scheunenbühne, das Publikum im Innenhof unter einem Blätterdach und Weintrauben. Sommer, Sommerabend, Sommernacht … Danke für Applaus & tolle Atmosphäre!

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Danke auch an Roman Krückel, den Chef des Hauses; aber ebenso an Sue, Olaf, Steffi, Ivy, Martina & Josef sowie die Crew ums Barbecue. In Erinnerung bleiben Musik, unsere Gespräche, insb. das atemberaubende mittelalterliche, restaurierte Haus (Anwesen) von Sue, ein unglaublicher Ort, und die darin wohnende Gastlichkeit. Smashing!

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Auch an dieser Stelle mein/unser besonderer Dank an Steffi von Siegroth für so vieles, was sie an Unterstützung gegeben hat.

Und lieben Dank an Olaf Firus für Vermittlung & viele Anstöße. Ohne euch würde es die Radtour kaum geben. Wie schön, dass wir im „Himmelstoss“ so nett beieinander sein durften.

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Am Sonntag geht es wieder auf die Piste; wir müssen Abschied nehmen …

Liebe Grüße
Euer JO

P.S. Die Konzert-Radtour von Jan Behrens & Jürgen Osterloh verfolgt einen guten Zweck: im Rahmen ihrer Konzerte & durch die Abgabe ihrer CDs gegen Spenden werden Mittel gesammelt für das Obdachlosen-Projekt „Die Fahrenden Ärzte“; an diese Organisation wird der Erlös der Tour gehen. Wer spenden möchte – hier die Spendenkontodaten

Dr. Jan Behrens / Dr. Jürgen Osterloh, Volksbank Braunschweig Wolfsburg
IBAN DE60 2699 1066 1906 9920 00
BIC GENODEF1WOB
Stichwort: Radtour

Ich bedanke mich herzlich bei allen Spendern!

14. Mai 2015

„Du musst einen langen Atem haben!“ Besuch bei Holger Stonjek & sandberg

Alles begann mit einem freundlichen, agilen älteren Herrn, der vor einiger Zeit in meinen Konzerten auftauchte. Schnell lernte man sich kennen und geriet in einen Austausch über Musik und all das, was sich darum herumrankt.

_Franz  Franz Stonjek

Früher Werkzeugvertreter und (immer noch) begeisterter Akkordeonspieler entpuppte sich Franz Stonjek als musikbegeisterter Vater von Holger Stonjek, seines Zeichens Bassist, Mitgründer & Kopf der international bekannten Braunschweiger Bass- und Gitarrenschmiede „sandberg ::“.

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Und schon bald folgte die Einladung, Holger und seiner Firma am Südostrand Braunschweigs einen Besuch abzustatten. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen. An zwei Tagen im April dieses Jahres war es dann soweit: Bassist trifft Bassbauer, Franz war mit dabei, eine schöne Begegnung, interessante Gespräche, vertiefte Einblicke in die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf von elektrischen Bassgitarren & Gitarren – und in ein Leben, das ganz der Musik und dem Instrumentenbau gewidmet war und ist.

Bass geschnappt, rein ins Auto und ab in die Heinz-Scheer Str. 2, Franz empfängt mich vor dem sandberg-Gebäude und stellt mich Holger vor, in seinem Büro, das genauso aussieht, wie man es sich als Bassist erträumt: mit Bässen und Gitarren bestückt, ausgestattet mit einem headquarterartigen Schreibtisch und dem üblichen gemütlichen Sofa, das zum Kaffeetrinken einlädt, was wir sofort auch tun.

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Hier wie in der gesamten sandberg-Etage spürst du sofort den speziellen Puls, die besondere Atmosphäre, die künstlerische Produktions- und Werkstätten haben: alles lebt, ständig kommt einer rein, geht einer raus, es riecht nach Holz, nach Werkstatt, in einer Ecke spielt beständig ein Bassist, der sich letztlich aber als „Bass-Maschine“ entpuppt („Einschwinger“ genannt), die von Holger eingespielte Basslicks endlos wiedergibt und auf der neue Bässe montiert sind. Sie werden auf diese Weise, aktives Spielen ersetzend, 100 Stunden lang „eingespielt“ („durchgesummt“), um mehr Sustain, einen runderen Klang zu erhalten. Denn auch elektrische Bässe (und Gitarren) sind nicht einfach Bretter mit Tonabnehmern und Saiten drauf; auch hier spielen Art des Holzes, des Lacks, ihr Spielalter, neben Tonabnehmern, Verstärkern und anderer technischer Ausstattung, eine klangprägende Rolle.

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Holger zeigt mir die Firmenetage mit ihren verschiedenen Abteilungen: z.B. die Holz-, Bass-/Gitarrenwerkstatt, ausgestattet mit zahllosen Hölzern, Basshälsen, Bassbodies, die Elektro-, Finishabteilung, die Lackierkammer. Hier einige Fotoimpressionen, die den eigentümlichen Zauber einfangen, den die Räumlichkeiten und deren Inventar auf mich ausüben …

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Schließlich bleiben wir vor einem gefrierschrankgroßen Gerät stehen, das mich ein wenig an eine medizinische Apparatur erinnert. So falsch ist das gar nicht, denn die sog. „plek-Maschine“ dient der präzise computergesteuerten Diagnose und auch Therapie von E-Gitarren und –Bässen.

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Sie misst auf 1/1000 mm genau die Höhe und Planmäßigkeit von Bünden sowie den Krümmungsgrad von Gitarrenhälsen. Zeigt die Fehlerdiagnose Unstimmigkeiten, so kann die plek-Maschine diese auch gleich korrigieren. Hier also kann man sein Instrument checken und abrichten lassen. Selbstverständlich ergreife ich die Gelegenheit, und Mike nimmt sich meines Basses an.

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Nach der maschinellen Prozedur und einer manuellen Nachbehandlung durch Mike selbst ist mein Bass perfekt eingestellt und leichter bespielbar. Eine tolle Sache! Danke, Mike!

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Schließlich sitzen Holger und ich beim Kaffee zusammen, und ich befrage ihn zu seinem Leben & Beruf. – Schon früh handwerklich interessiert, Akkordeon und – wie früher häufig üblich – zunächst autodidaktisch Gitarre lernend und in Rockbands spielend, lernt Holger das Gitarrenspiel schließlich nochmal neu: er nimmt klassischen Unterricht bei dem Lehrer Jo Ott, beschäftigt sich mit exaktem und musikantischem Spiel, wächst in die südamerikanische Musik, z.B. von Baden Powell, hinein. Am Ende passiert das, was viele Bassisten erzählen: in Holgers Band steigt der Bassist aus, und Holger wird auserkoren, umzusatteln und die Rolle des Bassisten zu übernehmen. Holger begeistert sich für den Bass, auch wenn sein Modell kopflastig ist. Holgers Lösung des Problems? Als Gegengewicht wird eine volle (!) Flasche Bier an den Korpus montiert. Ich finde, das ist eine Variante, die die Firma sandberg auch jetzt noch inspirieren könnte (Modell „bottle-balanced“) 🙂

Holger lernt Gärtner und außerdem Klavierbauer bei der Braunschweiger Firma „Schimmel“. Doch dann kommt alles anders. Gemeinsam mit Gerd Gozelke fängt er 22jährig an, in Ehmen bei Wolfsburg eine kleine Firma zu gründen, die Gitarren repariert. Dies ist die Keimzelle, aus der die heutige Firma hervorgegangen ist. Auch der mittlerweile renommierte Firmenname entsteht in diesen Tagen: „sandberg“, wohlklingend, mit internationalem Flair und doch in den ersten Gründungstagen verwurzelt. Denn Holgers und Gerds kleine „Erstfirma“ hausiert in einem umgebauten Schweinestall „Am Sandberg 18“. So ist das mit Namen, oft auch mit Bandnamen oder Songtiteln, um deren Ursprünge sich eine ganz eigene Geschichte rankt, auf die man niemals käme und die zu hören einfach spannend ist. Einige Jahre später zieht sandberg nach Braunschweig um, es entsteht ein Werbekonzept mit Logo (u.a. die legendären 4 Punkte = : :), und – so war das Anfang der 90er Jahre – man produziert zunächst Bässe aus Edelhölzern mit durchgehendem Hals.

_Holgerfrüher  Holger Stonjek früher beim Bassbau

Ein deutlicher Zielgruppenwechsel folgt bald und lässt ein neues, anderes Bassgitarrenmodell entstehen: den „Basic“; günstiger im Preis und mit geschraubtem Hals. Man setzt auf Händlerbelieferung, nicht Direktverkauf – und plötzlich geht alles schnell: sandberg hat Erfolg und besteht gut am Markt! Doch auch schwere Zeiten brechen an: das Aufkommen des PCs Mitte der 90er Jahre, auch der Wechsel von Gitarrenbands hin zu Boygroups, die radikale Umstellung des Musikmarkts, all dies zwingt sandberg zu extremen Einschränkungen, denn Gitarren laufen nicht mehr so gut. Holger bietet nun Holzschmuck auf Märkten an, und zwar erfolgreich. Gegen Ende der 90er Jahre übernimmt Holger die Firma allein, nach einiger Zeit geht es wieder aufwärts, das Mitarbeiterteam wird erweitert. Es geht nun permanent nach oben, auch der Verkauf im Ausland wächst an, neben den deutschen werden verschiedene Großhändler aus England, Skandinavien, Polen, im asiatischen Raum und neuerdings auch in den USA beliefert. Holger & sandberg haben es geschafft; ihre Firma genießt außerordentliches Renommée!

_Holger-unterWasser  frei geschwommen … …

Zur Zeit arbeiten 27 MitarbeiterInnen bei sandberg (davon 20 Gitarrenbauer), wir haben also einen regelrechten mittelständischen Betrieb vor uns. Bei einer Firma dieser Größe kommt man nicht ohne Strategien, Regeln, hierarchische Strukturen aus. Waren die Firmenanfänge „familienähnlich“, geht es nun um das Schaffen & Erhalten eines „professionellen Teams“. Das ist etwas anderes; dennoch ist Holgers Betriebs-, Teammaxime geblieben: „Alle sollen sich wohlfühlen!“

_sandbergTeamfrüher  ein Bild aus früheren Tagen

Das ist der Weg, den Holger Stonjek bisher gegangen ist. So manche Etappe war durchaus beschwerlich, zumal insb. am Anfang nicht klar sein konnte, wohin der Weg über die Jahre führen mag. Holger sagt: „Du musst an dich glauben und einen langen Atem haben!“ Und: „Das Geld muss egal sein“. Er hat nie Bankkredite aufgenommen, stattdessen – wenn nötig – nebenbei gejobbt. „Irgendwann lebst du mit einem gewissen Maß an Unsicherheit“, sagt Holger und ergänzt: „Manchmal muss man eine Entscheidung treffen, ohne genau zu wissen, wie sie sich auswirkt“. Natürlich wünsche ich Holger & seinem Team, dass sie immer die richtigen Entscheidungen treffen und dass die Zukunft ihnen nur Gutes bringt.

Momentan muss man sich da kaum Sorgen machen, denn Bassisten aus Bands und Projekten um Herbert Grönemeyer, Peter Maffay, Silbermond, Rammstein, Beatsteaks spielen sandberg-Bässe und natürlich viele, viele andere BassistInnen. Auch Christian Eitner (Jazzkantine) oder Reggie Worthy (Udo Lindenberg, Stoppok, ex-Ike & Tina Turner-Band) gehören dazu.

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Als Bassist macht Holger gerne Bassclinics zusammen mit dem Bassisten Reggie Worthy und dem Schlagzeuger Eddie Filipp, sofern es seine Zeit zulässt. Sie touren dann in Deutschland, Polen oder Tschechien, sind ein eingespieltes Team und haben entsprechend viel Spaß auf der Bühne. Holgers Lieblingsbässe von sandberg sind übrigens der „Basic Ken Taylor“ wegen des eigenen Klangcharakters und breiten Klangspektrums sowie Bässe, die auf alt gemacht sind („worn“-look), wegen ihrer besonderen Optik.

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Tja, und dann passiert natürlich das, was passieren musste: ich probiere einige Bässe von sandberg aus und bleibe bei einem „California“ hängen, den ich unbedingt haben muss. Selbstverständlich hat er auf mich gewartet, wir gehören einfach zusammen, anders geht es gar nicht mehr, und in ein paar Tagen wird er bei mir einziehen.

Alles Gute, Holger – für dich, das sandberg-Team, deine Bässe. U gonna make it!

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Kontakt:
www.sandberg-guitars.de
Sandberg Guitars bei: www.facebook.com
(Text / Fotos & Bearbeitung: Jürgen Osterloh)

25. Januar 2015

Meryem Akdenizli zu Gast in Braunschweig

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Die mit internationalen Preisen und Auszeichnungen bedachte junge Pianistin Meryem Akdenizli war am 21.01.2015 in Braunschweig zu Gast.

Sie besuchte meine Klasse an der IGS Querum im Musikunterricht, um mit mit den Schülerinnen & Schülern klassische Musik, insb. Klaviermusik, näher zu beleuchten. Aus verschiedenen Epochen wurden berühmte Kompositionen, z.B. von L. van Beetthoven, Franz Liszt oder von Claude Debussy, dargeboten, analysiert und gemeinsam besprochen. Meryem, die ich vor ein paar Jahren in ähnlichem Zusammenhang kennengelernt habe, nennt dies „Erzählkonzerte“, also Konzerte, in denen Musikstücke gespielt, die Zuhörer aber auch durch die Musik geführt werden, um diese besser auffassen zu können. „Klassik im Klassenzimmer“ gewissermaßen, ein guter Weg, um Schülerinnen & Schüler an klassische Musik heranzuführen.

Meryem erledigt dies auf entwaffnend frische Art & Weise. Mit Zug und Taxi aus Stuttgart angereist, weht sie ohne Umschweife  in die Aula der IGS Querum, testet kurz den – frisch gestimmten – Ibach-Flügel an und fragt anwesende Schüler einer 7. Klasse, ob diese ein wenig Musik hören wollen. „Na klar“, jubeln diese begeistert und sind nach einem virtuosen Liszt-Stück dermaßen „platt“, dass eine Schülerin völlig konsterniert fragt, ob Meryem nicht die Finger weh tun würden. Nach gemeinsamen Lachen entwickelt sich eine ad hoc-Musikstunde, wie sie besser nicht sein könnte. Hier wurden junge Menschen durch den Live-Eindruck und die Nähe zur Künstlerin für eine Musik aufgeschlossen, die nur wenige von ihnen sonst erleben. Deutlich wurde aber auch, wie offen und aufnahmebereit die Schülerinnen & Schüler für die Klangwelt klassischer Musik doch sind.

Dieses Erlebnis wiederholt sich am Nachmittag mit meiner 10. Klasse, die – gut vorbereitet – mit Meryem wichtige Stationen klassischer Musikgeschichte abschritt. Konzentrierte Arbeitsatmosphäre hier; die in Referaten erarbeiteten Vorkenntnisse kommen zur Hilfe. Man versteht sich. Auch hier zeigt sich, dass der direkte Kontakt, gewissermaßen das „Anfassen“ von Musiker und Musik, dass das unmittelbare, auch persönlich geprägte Hör-Erlebnis motiviert, sich auf Ungewohntes einzulassen. Fragen zum Leben als Profi-Musiker, zur Biografie der Künstlerin, zur Technik  des Klavierspiels schließen sich an. Am Ende umringen die Schüler die Pianistin am Flügel, um ihr beim Spielen fasziniert auf die Hände sehen zu können, die dann auch Großartiges vollbringen.

Im Anschluß noch eine private Einzelstunde für die Schülerin Helen, ihrerseits mehrfache Siegerin bei „Jugend musiziert“, die mit der Verleihung einer Urkunde endet. Eine überglückliche Schülerin verlässt schließlich die Aula, und eine strahlende Meryem Akdenizli rauscht nach dem Fahrplanstudium per Handy zurück nach Stuttgart. Noch schnell zum Bahnhof bringen, tschüss … und bis zum nächsten Mal, Meryem. Alles Gute für dich …

Tja, Musik verbindet, schließt auf, lockt und ist einfach schön. Botschafter für diese Erfahrung zu sein, ist eine schöne & wichtige Sache.

Wer mehr über Meryem erfahren will, sollte ihre Website besuchen: http://www.akdenizli.com